Moin, leeve Lüd
Moin liebe Gäste in Großefehn

Sie haben sich für Großefehn im Fehntjerland als Austragungsort für Ihre VDH-Deutsche Meisterschaft entschieden. Die Entscheidung ist „allerbest“, wie der Ostfriese sagt und wir heißen Sie mit einem herzlichen „Moin“ willkommen.

Früher war hier nur Moor, heute ist es eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft mit Moor, Wiesen und Geest – das Fehntjerland. Mit 5 Galerie-Holländer Windmühlen. Mit dem Timmeler Meer. Mit der alten Seefahrtschule in Timmel und dem Fehnmuseum Eiland in Westgroßefehn. Mit Kanälen und Wieken. Mit den weißen Klappbrücken. Mit alten, schönen Kapitänshäusern am Großefehnkanal und drei guterhaltenen Torfschiffen. Mit historischen Gulfhöfen, einer einzigartigen Wallheckenlandschaft und dem Arendshügel, der mit fast 15 Metern die höchste Erhebung im Fehntjerland ist.

Was zeichnet nun das Fehntjerland so besonders aus? Kanäle und Wieken sind die unverkennbaren Merkmale der Fehnanlagen als die Lebensadern der damals entstandenen Kolonien. Zum Entwässern der Moore und zum Transport des Torfes in die Städte. Diese Kanäle sind bis heute erhalten und prägen unsere Landschaft.

 


Kanal  

Großflächiges Moorland findet man heute hier allerdings nicht mehr. Das ist weitgehend abgetorft. Dafür aber ist eine weitläufige Wiesenlandschaft entstanden wie am Fehntjer Tief, dem Fluss, der in die Ems mündet. Wir Ostfriesen nennen das Grasland hier Meeden. Es sind feuchte Wiesen, die nur einmal im Jahr gemäht werden. Hier wachsen daher seltene Wildblumen und –kräuter. Die Meedenlandschaft ist außerdem ein Refugium für seltene Vögel wie Uferschnepfe, Kiebitz oder Bekassine. Eine typische Meedenlandschaft liegt zwischen Westgroßefehn und Lübbertsfehn. Gleich nach der Windmühle in Westgroßefehn sieht man rechts in die Wiesen der Flumm und links die Meeden des Fehntjer Tiefs.

Auch von der Brücke gegenüber dem Hafen am Timmeler Meer blickt man in weites Meedenland.

 

Großefehn hat etwas, das es nirgendwo sonst noch in Ostfriesland gibt: 5 intakte Galerie-Holländer Windmühlen, alle noch gängig und hübsch mit Reet gedeckt. Das sind technische Denkmäler mit faszinierender Technik. Jedes Teil daran ist nämlich ein Unikat. Nichts stammt aus der Serienproduktion. Jedes Zahnrad musste und muss per Hand angefertigt werden. „Galerie“ heißt der  umlaufende „Balkon“,  von wo aus der Müller die Flügel reparieren konnte. Und Holländer heißen diese Mühlen, weil die Bauart von unseren Nachbarn stammt. Also, unbedingt mal angucken! Man findet sie in Bagband, Spetzerfehn, Ostgroßefehn, Felde und Westgroßefehn. Eine davon soll näher vorgestellt werden:

Immer nur die B 72 entlang Richtung Mittegroßefehn und dann rechts einbiegen, dann kommt man nach Spetzerfehn, ein typisches Fehndorf am Spetzerfehnkanal. Hier überragt der dreistöckige Galerie-Holländer aus dem Jahre 1886 von Müllermeister Steenblock wirklich alles. Sie ist die einzige Mühle in Ostfriesland, mit der noch ausschließlich per Windkraft gewerblich gemahlen wird. Und wer als Gast kommt – und der Müller freut sich über Gäste – dem „vertellt“ er Döntjes über Mühlen, Müller und Maschinen. Wenn er dann temperamentvoll beim Erzählen an seinen breiten Hosenträgern schnippt, steigen stilecht kleine Mehlstaubwölkchen auf.

  Mühle
 
Eiland Wasserseite   Von Westgroßefehn ist es über den Ikenbültweg nur ein Katzensprung bis nach Timmel und dort ans Meer. Ans Timmeler Meer. Wieso Meer? werden Sie sich fragen. Bei den Ostfriesen ist eben so manches anders. Sie nennen nämlich einen Binnensee „Meer“ und das Meer nennen sie See. „Meere“ sind also in Ostfriesland Binnenseen und das Timmeler Meer ist eines der schönsten von ihnen. Um die 15 Hektar groß und voll schiffbar. Am Südrand liegt das Naturschutzgebiet Boekzeteler Meer und am Nordrand gibt es einen breiten Badestrand.
 

Im Timmeler Hafen liegen nicht nur flotte Yachten. Hier warten auch Paddelboote, Tretboote und sogar Motorboote auf Gäste.

Was gibt es Typisches in Großefehn zu sehen? In Timmel die Alte Seefahrtschule aus dem Jahre 1862, auch liebevoll „Schipperschool“ genannt. Damals hieß sie „Königliche Navigationsschule“. Hier wurden junge Männer zum Steuermann, Schiffsoffizier und Kapitän ausgebildet.

In Westgroßefehn ist das „Fehnmuseum Eiland“, das Heimatmuseum im Fehntjerland. Hier kann die Geschichte Großefehns exakt verfolgt werden: Der erste Spatenstich der vier Emder Bürger im Jahre 1633, die Moorkolonisten, die Großefehngesellschaft, die für die Erhaltung der Kanäle und Schleusen zuständig war, der Schiffbau und die Blütezeit der Seefahrt, die Gründung neuer Fehndörfer, die Mühlen und der Torf, der die entscheidende Rolle bei der Entwicklung Großefehns spielte. Die Arbeitsgeräte zum Abtorfen wie Bunkspaten, Torfspaten, Stechspaten und Torfkarren veranschaulichen, wie schwer die Fehnkolonisten damals arbeiten mussten. Im Fehnmuseum werden auch Modelle der Schiffstypen gezeigt, die hier auf den Werften gebaut wurden: Von der Binnentjalk, dem Törfmuttje also, über Galeoten und Schoner bis zur Kuff.

Damals wie heute überqueren weiße Klappbrücken die Kanäle und Wieken. Früher wurden sie per Hand hochgezogen, heute geht alles hydraulisch.

 

Eiland

Klappbrücke

 

Schiff

Handwerk

Meeden

 

Ohne Schiffe lief zur Zeit des Torfabbaus hier in Großefehn gar nichts. Und so sind wir stolz darauf, dass wir noch drei der vielen „Törfmuttjes“ erhalten konnten.
Die „Frauke“ ankert im Großefehnkanal in Ostgroßefehn.
Die „Gretje“ ist heute ein Fahrgastschiff und macht Ausfahrten über das Timmeler Meer, auf der Flumm und dem Fehntjer Tief.
Und die „Antje“ liegt im Großefehnkanal in Ostgroßefehn direkt an der Mühle und ist heute ein Pannekoekenschiff. In der gemütlichen Kajüte kann man unter vielen Pfannkuchenvariationen wählen. Aber Achtung, Schaukeln ist hier verboten, sonst schwappt nämlich der Tee über!

Bei einer Ausflugsfahrt mit der MS Gretje vom Timmeler Hafen aus kann man das Timmeler Meer und die einzigartige Meedenlandschaft vom Deck aus genießen und der „Kaptein“ vertellt unterwegs „Döntjes“ und spielt auch schon mal auf dem Schifferklavier.

Typisch für das Fehntjerland sind die Gulfhöfe. Während das Hinterhaus, auch Achterenn genannt, landwirtschaftlichen Zwecken dient, wohnt die Familie im Vorderhaus, auch Vörenn genannt. Das Dach ist tiefgezogen und die Scheunentore sind unterschiedlich groß. Das große Tor zum Einfahren der vollen Gespanne und das kleine Tor zum Ausfahren der leeren. Als „Gulf“ bezeichnet man ein Raummaß für die Heulagerung vom Fußboden bis unter den Dachboden. Einen prächtigen Gulfhof findet man in Lübbertsfehn am Rande der Meedenlandschaft. Heute ist er Naturschutzstation.

 

Vom feuchten Fehnland mit den Meeden, Kanälen und Wieken kommen wir jetzt in die Geest, die gibt’s in Großefehn auch. Das ist ein ganz anderes Landschaftsbild, nämlich die ostfriesische Wallheckenlandschaft, die einmalig in Europa ist.

Stacheldraht und Gitterzäune für das liebe Vieh brauchten die Ostfriesen nicht. Das Problem löste das eigenwilligste Völkchen Deutschlands von jeher viel umweltfreundlicher. Sie errichteten einfach Erdwälle um ihre Wiesen. Obendrauf kamen Setzlinge von Eichen, Buchen,

Erlen, Linden, Birken und Haselnusssträucher - so entstand eine dichte Strauchhecke, die das Vieh daran hindern sollte, von den Wiesen auf die Ackerflächen zu laufen.

Das war nicht nur praktisch, sondern war und ist auch immer noch schön anzusehen. Im Laufe der Zeit hat sich nämlich daraus eine Parklandschaft mit rund 5.700 Kilometern an Wallhecken entwickelt, denn aus den Setzlingen wurden stattliche Bäume. Hier gibt es überall gut ausgebaute Straßen. Entweder als Asphaltstraßen, als Plattenwege oder zum Teil sogar mit Backsteinen gepflastert.

Ausführliches findet man in zwei Karten. Eine Karte vom KV-Verlag über Großefehn mit allen Ortschaften und eine Karte „Van Dörp to Dörp durch’s Fehntjerland“. Mit den schönsten Routen in und um Großefehn bis an die Ems.

Beide Karten erhalten die Teilnehmer in der Tourist-Information kostenlos.

Gerd Weers und sein Team von der Tourist-Information Großefehn freuen sich auf Ihren Besuch.

Die Adresse:
Leerer Landstraße 12,
26629 Großefehn-Timmel,
Telefon 0 49 45/95 96 11 • Fax 0 49 45/95 96 15
Email: touristinfo@grossefehn.de